Marmortreppenhaus – Schlusszustand

Marmortreppenhaus – Schlusszustand
Teilansicht der Festsaaldecke – Schlusszustand - Restaurierung-Kaufungen

Teilansicht der Festsaaldecke – Schlusszustand
Übersichtsaufnahme des Festsaals und zentrales Deckenfeld – Schlusszustand

Übersichtsaufnahme des Festsaals und zentrales Deckenfeld – Schlusszustand

Flur im 1. OG mit rekonstruierter Deckenfassung

Flur im 1. OG mit rekonstruierter Deckenfassung
Decke im EG – Schlusszustand mit rekonstruierter Holzimitationsmalerei

Decke im EG – Schlusszustand mit rekonstruierter Holzimitationsmalerei

Treppenhaus im Nebengebäude mit restaurierten Podestuntersichten und rekonstruierten Wandflächen

Treppenhaus im Nebengebäude mit restaurierten Podestuntersichten und rekonstruierten Wandflächen

zentrale Decke im Marmortreppenhaus - Schlusszustand

zentrale Decke im Marmortreppenhaus - Schlusszustand

Ehemalige Geitnervilla Schneeberg

Treppenhäuser, Vorräume und Festsaal

Objektbeschreibung

Die sogenannte Geitnervilla am Zobelplatz 5/6 in Schneeberg bildet ein zusammenhängendes Gebäudeensemble mit einer ausladend gestalteten Fassade im Stile der Neorenaissance. Die prächtigen Innenräume der beiden Gebäude sind ebenfalls auf diesen Baustil zurückzuführen und repräsentieren somit die Blütezeit der Industrialisierung im Erzgebirge des späten 19. Jahrhunderts. Namensgebend für das prachtvolle Bauwerk war Ernst August Geitner, ein Arzt und Industrieller welcher in Schneeberg das sog. Argentan erfand, somit den, in der Region vorkommenden, Nickelerzen erstmals größere Bedeutung verlieh und dadurch die ganze Region entscheidend prägte.

Zu restaurieren waren dabei in erster Linie die zentralen und repräsentativen Erschließungsräume sowie der große Festsaal. Im Zuge der fortschreitenden Gesamtsanierung wurde dann der Arbeitsbereich auf das Treppenhaus des Nebengebäudes erweitert.

Grundsätzliches Restaurierungsziel war dabei die historischen Fassungen, gemäß der umfangreichen Befundlage, wieder zu rekonstruieren. Die Decken- und Wandflächen zeigten dabei zahlreiche schwere Schäden durch die vorangegangene intensive Nutzung als Verwaltungsgebäude mit vormalig komplett anderen, die historischen Räume teilenden, Raumschnitt. Nach dem bauseitig erfolgten Rückbau der raumteilenden Elemente wurden die Innenräume intensiv restauratorisch untersucht und ein Restaurierungskonzept erstellt auf dessen Grundlage die Arbeit aufgenommen werden konnte.

Das Konzept sah dabei eine komplette Freilegung aller Deckenstuckaturen, die Rekonstruktion fehlender Stuckaturen, die Restaurierung der historischen Schlagmetallapplikationen und Bronzierungen vor, sowie die Rekonstruktion des historisch korrekten Lackanstriches auf den Wänden zusammen mit der Herstellung der, im Befund belegten, Sockelgliederung.

Ein besonderes Highlight stellt hierbei der Festsaal dar, welcher heute für Festveranstaltungen, wie Trauungen, genutzt wird. Die Decke im Festsaal wurde historisch streng am Befund orientiert neu gefasst, die Vergoldungen restauriert. Die Sockelgestaltung imitiert malerisch eine Holzlambrie, die Gestaltungsidee wurde dabei aus dem Zeitgeschmack und übrigen hölzernen Einbauten im Gebäude entwickelt. Die neu hergestellte Tapete imitiert eine Seidendamastbespannung und zitiert einen Tapetenbefund des Saals aus den letzten Jahren des 19. Jh.

Ausgeführte Maßnahmen

  • Abnahme der Überfassungen auf den Decken durch Abbeizen und Abdampfen
  • Festigung der historischen Fassungen
  • Rekonstruktion der gesamten Raumfassungen in den historisch wertvollen Räumen, dabei Einbezug der historischen Fassungen
  • Rekonstruktion fehlender Stuckaturen an den Deckenflächen
  • Rekonstruktion und Restaurierung der Vergoldungen und Bronzierungen
  • Herstellen von Schablonenmalereien an den Sockeln und im Treppenhaus des Nebengebäudes
  • Restaurierung von Holzimitationsfassungen
  • Rekonstruktion von Holzimitationsfassungen
  • Restaurierung der Balustrade im Marmortreppenhaus aus Wildenfelser Marmor

Angaben zum Projekt

Auftraggeber
Wohnungsbaugesellschaft Bergstadt Schneeberg mbH
Seminarstraße 37
08289 Schneeberg
https://www.wbg-schneeberg.de/

Bauleitung
Bauprojektierung Glück-auf GmbH
Markt 6
08289 Schneeberg

Amtliche Betreuung
Sächsisches Landesamt für Denkmalpflege
vertreten durch Dr. Udo Lorenz
Schlossplatz 1
01067 Dresden

Ausführung
Mai 2017 – Oktober 2018

Bearbeitungsumfang
265.000 € brutto

Beteiligte MA
Stuckateur Steve Meißner
Stuckateur Jörg Weikert
Kirchenmaler Christoph Schneider
Rest. Dirk Wunderlich
Rest. Ute Schreiber