Zentraler Deckenbereich – Übersichtsaufnahme Schlusszustand

Zentraler Deckenbereich – Übersichtsaufnahme Schlusszustand
Übersichtsaufnahme in die westliche Gewölbetonne

Übersichtsaufnahme in die westliche Gewölbetonne
Raumimpression vom Spiegelsaal

Raumimpression vom Spiegelsaal

Zentrales Gliederungselement der Decke (links) Mittelrisalit (rechts)

Zentrales Gliederungselement der Decke (links) Mittelrisalit (rechts)

Schloss Köthen, Spiegelsaal

Objektbeschreibung

Das Schloss Köthen, in seiner heutigen Baugestalt, wurde maßgeblich Ende des 16. Anfang des 17. Jh. geprägt. Die Innenräume wurden in einer großen Umbauphase in der 1. Hälfte des 18. Jh. überformt. Der, den Spiegelsaal beinhaltende, Ludwigsbau ist eines der Werke des Architekten GOTTFRIED H. BANDHAUER. Dieser ist von allen geschaffenen Innenräumen der noch einzig unverändert überkommene. Der Spiegelsaal ist, trotz der schwierigen Platzverhältnisse, ein großer Festsaal von edler Harmonie. Die Wände gliedern sich durch korinthische Pilaster die ein kräftiges Gebälkband tragen. Darüber erstreckt sich eine mächtige, kassettierte Decke, mit einem flachen Tonnengewölbe welches in der Saalmitte durch eine Quertonne durchdrungen wird. Unterhalb der Quertonne finden sich segmentbogige Oberlichter sowie eine risalitartige Gestaltung der Wandzonen. Dies unterstreicht noch deren zentrierende Wirkung.

Die Gestaltung der Decke besteht in der Hauptsache aus knapp Eintausend Kassettenfeldern mit einer Größe von jeweils ca. 0,51 x 0,51m. Die Formen der Kassetten differenzieren jedoch durch die Tonnenform des Gewölbes ein wenig, dementsprechend schwanken auch die Maße nach oben und unten um ca. je 5 Zentimeter. Jede Stuckkassette besteht aus mehreren Formteilen welche sich aus einem äußeren Perlstab, einer, die Kassette bildenden, glatten Rahmung übergehend in einen Blattfries mit einer zentralen Blüte (in zwei Formen) zusammensetzen.

Das Restaurierungsziel bestand darin die Überfassungen von den Stuckaturen mit geeigneten Mitteln zu entfernen und so die Lesbarkeit und Scharfkantigkeit der stuckierten Oberflächen wieder herzustellen bzw. zu verbessern. Ein tieferer Eingriff in die Substanz war nicht vorgesehen. Diese Schritte blieben einem nachfolgenden Bearbeiter bei der substantiellen Restaurierung der Stuckaturen vorbehalten.

Ausgeführte Maßnahmen

  • Maßnahmen im großen Galeriesaal
    • Abnahme der Leimfarbenüberfassungen mit Mikrodampf
    • Abnahme der Leimfarbenüberfassungen mit Mikrodampf
    • Abnahme von Alkydharzfarben auf den Stuckaturen
    • Abschließende Oberflächenreinigung

Angaben zum Projekt

Auftraggeber
Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt
Am Schloss 4
39279 Gommern OT Leitzkau

Bauleitung
AADe
Heinfried Stuve
Ferdinandsbau Schloss Köthen 2. OG
Schlossplatz 4
06366 Köthen

Ausführung
11.2015 – 12.2015

Bearbeitungsumfang
30.200 €

Beteiligte MA
Stuckateurmeister Lucas Lange
Rest. M. A. Christin Golnik